Anfang 2010 hatte ich ja schon einmal einen Blog, allerdings hat der Provider die Segel gestrichen... Jetzt habe ich nach langem hin und her mich entschlossen, doch wieder unter die Blogger zu gehen. Viel Spaß beim Stöbern..!
*Egoismus besteht nicht darin, daß man sein Leben nach seinen Wünschen lebt, sondern darin, daß man von anderen verlangt, daß sie so leben, wie man es wünscht. * Oscar Wilde
„Egoismus ist etwas Schlechtes”, so lautet einer der wohl größten Denkfehler unserer Zeit. Altruismus (= Idealismus) wird als das Maß aller Dinge gesehen. Dabei hat die Motivations- und Gehirnforschung schon längst mehrfach bewiesen, dass jeder Mensch von Natur aus nicht selbstlos sondern egoistisch veranlagt ist und daher generell in erster Linie für eigene und erst in zweiter Linie für fremde Ziele arbeitet. Menschen sind deswegen hilfsbereit, um sich dadurch primär selbst besser zu fühlen. Das heißt nicht, dass uns andere scheißegal sind!
Es geht nicht um ein entweder ich oder der andere, sondern um ein sowohl als auch. Eines ist Fakt: Jede unserer Handlungen tun wir, weil wir uns dadurch selbst besser fühlen wollen. Scheinbar selbstloses Verhalten, hat immer egoistische Hintergründe. Aus Sicht der Soziobiologie ist egoistisches Verhalten im Übrigen auch nichts Negatives. Individuen mit ausgeprägten Eigeninteressen wissen, dass sie ihre Ziele nur mit Hilfe anderer erreichen können und sind daher häufig besonders kooperativ. Einfach gesagt: Der wahre Egoist kooperiert.
Ein Egoist braucht keinen Verlierer, denn der Erfolg eines Anderen steht nicht zwingend im Widerspruch zum eigenen Erfolg. Ziel muss eine gegenseitige Gewinnmaximierung in Form einer Win-Win-Situation sein, bei der alle Beteiligten profitieren, anstatt einen Gewinner auf Kosten eines Verlierers zu produzieren. Soziobiologisch nennt man diese Verhaltensweise “reziproken Altruismus”, die aus meiner Sicht einzig sinnvolle Form der “Selbstlosigkeit”.
Selbstaufopferung ist die größtmögliche “Sünde”
Schon Oskar Wilde wusste: “Selbstaufopferung ist etwas, das durch ein Gesetz abgeschafft werden sollte.”
Wer langfristig denkt, wird verstehen, dass er sein eigenes Wohlergehen und das der anderen nicht isoliert voneinander sehen kann. Keinem Menschen kann es gut oder schlecht gehen ohne Auswirkungen auf die Menschen um sich herum. Wer sich selber gut tut, wird anderen nicht schaden. Und wer anderen schadet, wird sich selber schaden.
Also:
Erfolg und Glück funktionieren nur, wenn alle Beteiligten gewinnen. Weder ich, noch der Andere dürfen verlieren. Ich schlage vor, die Definition des Altruismus zunächst von dem Teil zu befreien, in dem es heißt, dass dem Handelnden keine Vorteile zuteil werden dürfen. Was soll verkehrt sein an einer barmherzigen Tat mit “psychologischen Vorteilen” beim Gebenden? Selbstloser Altruismus ist genauso schädlich, wie radikal selbstsüchtiger Egoismus.
Der Punkt ist: Der Mensch ist von Natur aus ein Wesen, dass gerne hilft und kooperiert. Hilfsbereitschaft ist unsere ursprüngliche, natürliche Grundhaltung, was man am Max-Plack-Institut in Experimenten mit Kleinkindern (sowie auch artverwandten Schimpansen) sehr schön nachgewiesen und dokumentiert hat. Menschen helfen gerne, um andere glücklich zu machen, aber auch um selbst dadurch glücklich zu sein. Das eigene Belohnungszentrum springt an, wenn man anderen Menschen etwas geben kann. Glücklich ist, wer Glück stiftet.
Also geh los und stifte Glück – für Dich und andere gleichermaßen!